Campact richtet nach Angriffen auf Politiker Solidaritätsfonds ein

Die Kampagnen-Organisation Campact hat einen 250.000 Euro umfassenden Fonds zur finanziellen Unterstützung von Politikern gestartet, die von Rechtsextremen angegriffen wurden.

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Matthias Ecke (Archiv)
Matthias Ecke (Archiv) | Foto: via dts Nachrichtenagentur

Berlin. Die Kampagnen-Organisation Campact hat einen 250.000 Euro umfassenden Fonds zur finanziellen Unterstützung von Politikern gestartet, die von Rechtsextremen angegriffen wurden. Die Angriffe auf Matthias Ecke und weitere Wahlkämpfer seien eine "Attacke auf uns alle", sagte Felix Kolb, geschäftsführender Vorstand von Campact, dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland".


"Unsere Demokratie lebt von einer engagierten Zivilgesellschaft und einer vielfältigen Parteienlandschaft." Mit tätlichen Angriffen auf Demokraten solle man "mundtot gemacht werden", fügte Kolb an. "Mit dem Bumerang-Fonds drehen wir diese Logik um und spenden dort, wo die Attacke stattfindet: Das Geld sorgt für mehr statt weniger Sichtbarkeit vor Ort. Alle können mitmachen und Geld einzahlen, um einen demokratischen Wahlkampf zu unterstützen", sagte er.

Nach einem tätlichen Angriff durch Rechtsextreme könne die betroffene Parteigliederung eine Einmalzahlung von 5.000 Euro aus dem Fonds als Parteispende erhalten. Damit könnten die Empfänger für mehr Sichtbarkeit in ihrer Region sorgen, oder Veranstaltungen organisieren. Die Unterstützung stehe allen "demokratischen Parteien" offen. Ausgeschlossen sei eine Unterstützung von Parteien wie der AfD oder der Werteunion. Denkbare Fälle für eine Unterstützung seien etwa eingeschlagene Scheiben von Bürgerbüros oder körperliche Angriffe auf Politiker oder Parteimitglieder, so Campact. Der Fonds laufe bis zur EU-Wahl am 9. Juni.


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